Rückblick vom 19.03.26: Christenverfolgung in unserer Zeit

Informationen zum Event:

„Das Haus brennt! –

dieser Schreckensruf veranlasst Nordkoreaner zuerst das Bild von Kim Jong-un zu retten.“ Diese Aussage machte Herr Alexander Lindt, der seit 20 Jahren für  die Organisation „Open Doors“ tätig ist und Hilfe für verfolgte Christen leistet.

Seit 25 Jahren steht Nordkorea in der Christenverfolgungs-Rangfolge an erster Stelle. Der Weltverfolgungsindex 2026 weist 388 Millionen Christen in 50 Ländern aus. In der Länderliste folgen Somalia, Jemen, Sudan, Eritrea, Syrien, Nigeria, Pakistan, später auch Länder aus Mittelamerika.

Seit 70 Jahren nimmt sich Open Doors mit seinen 1.200 Mitarbeitern dem Schicksal verfolgter Christen in der Welt an und stützt sich dabei auf jetzt 33 Mio. Euro jährliche Privatspenden.

Herr Lindt führte aus, dass die Verfolgung von Christen ist sehr unterschiedlich ist. Während in Nordkorea 50-70.000 Christen in Lagerhaft leben und die ca. 400.000 im Land lebenden Christen ihren Glauben nur im Untergrund und in der Regel ohne Einbeziehung der Kinder bekennen können, ist in anderen totalitären Staaten der Kirchenbesuch und Versammlungsfreiheit gegeben. Jedoch unterliegen die Gläubigen verschiedener Kontrollen und insbesondere dem Verbot der Glaubensübertritte. Staatliche Blasphemiegesetze, wie in Pakistan, mit dem Strafmaß des Todes und der Folge gesellschaftlicher Ächtung, schränken die Glaubensfreiheit massiv ein.

Gesellschaftlicher Druck, innerstaatliche Konflikte haben z.B. den Anteil der Christen in vielen muslimisch-arabischen Ländern massiv sinken lassen. So sind von vormals ca. 1,2-1,5 Mio. nur noch 150.000 Christen im Irak verblieben.

Zunehmend sind auch in zerfallenden Staaten religiös-kriminelle Kräfte aktiv, die Christen bedrängen. So in Nigeria Gruppierungen der Boko-Haram, die Lösegeldforderungen stellen und wo in den letzten Jahren ca. 3.000 Christen getötet wurden.

Sind Christenverfolgungen schwerpunktmäßig im asiatisch-vorderorientalischen Raum und auf dem afrikanischen Kontinent gegeben, so führt in Mexiko und Kolumbien die Kartellkriminalität mit zum Teil religiös-kriminellem Anklang zu Christenverfolgungen.

Dieser Vortrag vermittelte den Besuchern nicht nur die bessere Kenntnis über Christenverfolgungen, sondern stärkte zugleich das Bewusstsein, in einem demokratisch-freiheitlichen Rechtstaat zu leben.