Frau Müller und Herr Klan während des Vortrags

Rückblick vom 10.12.25: Armin T. Wegner- Ein mutiger Dichter gegen das Vergessen

Informationen zum Event:
Mit einem Geigensolo des Liedes „Kranich“ eröffnete der Träger des Aachener Friedenspreises Ulrich Klan den Vortragsabend über Armin T. Wegner, einen mutigen Dichter gegen das Vergessen des in Deutschland kaum bekannten Völkermords an den Armeniern.
Den Teilnehmern der Veranstaltung wurden im Dialog des Vorsitzenden der Armin T. Wegner-Gesellschaft mit der Hörfunk-Journalistin Ulrike Müller das geschichtliche Geschehen im Jahr 1915 sowie der Lebensweg dieser außergewöhnlichen Person und seine lebenslange Erschütterung über seine Beobachtung menschlicher Grausamkeit dargestellt.

Der Träger des Eisernen Kreuzes und des Bundesverdienstkreuzes Armin T. Wegner hat als junger Offizier im Stab des deutschen militärischen Kontingents in der Türkei während des I. Weltkriegs Geschehnisse erlebt und fotografisch dokumentiert, die ihn zeitlebens keine Ruhe finden ließen. Die deutsche militärische Führung billigte zwar nicht das Geschehen des türkischen Verbündeten, doch aus opportunistischen Zwecken unterblieb ein Eingreifen.
Unter den Eindrücken der Vertreibung von weit mehr als 1 Million Armeniern in die Wüste, um sie dort dem Hungertod preiszugeben, verfasst er das Gedicht „Austreibung der Menschheit“. Er empfindet und bringt damit zum Ausdruck, dass nicht nur mit diesem Massenmord die Betroffenen ihres Menschseins beraubt werden, sondern zugleich auch jene, die diese Taten ausführen.
So schreibt A. T. Wegner, dieser Sohn Wuppertal- Elberfelds, nach den Geschehnissen des März/April 1915 einen offenen Brief an den Präsidenten der USA und später 1933 einen offenen Brief an Adolf Hitler, was mit KZ-Haft und Folterung geahndet wird.
Der Vortrag sowie die Musikstücke hinterließen bei den Zuhörern einen nachhaltigen Eindruck.